Warum unterscheidet sich der Blutdruck im Sitzen und im Liegen?

Viele Menschen bemerken beim Messen, dass ihr Blutdruck im Sitzen höher ist als im Liegen. Dieses Phänomen hat vor allem physikalische und biologische Gründe. Wenn wir flach liegen, muss das Herz kaum gegen die Schwerkraft anpumpen. Das Blut verteilt sich gleichmäßig im Körper, wodurch der Druck auf die Gefäßwände sinkt.

Sobald man sich jedoch aufsetzt, versackt ein Teil des Blutes durch die Schwerkraft in den unteren Körperregionen. Um das Gehirn weiterhin ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, reagiert das Herz-Kreislauf-System sofort: Die Gefäße verengen sich leicht, und das Herz schlägt etwas kräftiger. Dadurch steigt der gemessene Wert an.

Zudem spielt die Entlastung des Körpers in der Ruhephase eine zentrale Rolle. Normalerweise fällt der Blutdruck im Liegen und besonders während des Schlafs ab. Mediziner bezeichnen diesen natürlichen Rückgang als Dipping. Diese nächtliche Erholungsphase ist entscheidend, um Gefäßen und Herz die notwendige Entspannung zu verschaffen. Kommt es nicht zu diesem nächtlichen Blutdruckabfall, sollte ein Arzt nach den genauen Ursachen suchen, um das Herz-Kreislauf-Risiko frühzeitig abzuklären.

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