Warum die Dämmerung am Äquator so kurz ist
Wer einmal am Äquator war, hat es vielleicht bemerkt: Der Übergang von Tag zu Nacht ist dort erstaunlich schnell. Kaum scheint die Sonne untergegangen zu sein, bricht auch schon die Dunkelheit herein. Die Dämmerung dauert hier nur etwa 20 bis 30 Minuten – im Gegensatz zu unseren Breiten, wo sie oft über eine Stunde andauern kann.
Der Grund dafür liegt in der Erdneigung und der Blickrichtung zum Horizont. Am Äquator steht die Sonne fast senkrecht über dem Himmel. Beim Untergang bewegt sie sich daher fast im rechten Winkel zum Horizont – wie ein Stein, der ins Wasser fällt. Sie gleitet nicht langsam wie in Europa, sondern verschwindet regelrecht „schnell abwärts“. Dadurch dauert die Phase, in der sie noch die oberen Luftschichten anstrahlt, nur kurz an. Genau diese Streiflichter in der Atmosphäre sind es, die wir als Dämmerung wahrnehmen.
Weiter nördlich oder südlich verläuft die Bahn der Sonne dagegen flacher. Sie „schleift“ förmlich am Horizont entlang, bleibt länger in der Nähe der Sichtlinie und sorgt so für eine längere Abenddämmerung – besonders im Sommer oder in hohen Breiten.
Am Nord- oder Südpol hingegen kann die Dämmerung wochenlang andauern, weil die Sonne dort oft nur knapp unter den Horizont sinkt. Am Äquator dagegen: Sonne weg – und es wird schnell dunkel.
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