Warum ist nicht jede lineare Funktion direkt proportional?
Ein häufiges Missverständnis in der Mathematik ist die Annahme, dass alle linearen Funktionen auch direkt proportional sind. Das stimmt aber nicht – und der Unterschied liegt in einem entscheidenden Detail: dem y-Achsenabschnitt.
Lineare Funktionen haben die allgemeine Form f(x) = mx + b. Dabei ist m die Steigung und b der Wert, bei dem der Graph die y-Achse schneidet. Wenn b = 0 ist, verläuft die Gerade durch den Ursprung – dann spricht man von einer direkten Proportionalität. Ein Beispiel: f(x) = 2x. Verdoppelt sich x, verdoppelt sich auch f(x).
Doch wenn b ungleich null ist – etwa bei f(x) = 2x + 3 –, dann läuft die Gerade zwar immer noch gerade, aber sie geht nicht durch den Ursprung. Das bedeutet: Selbst wenn x = 0 ist, hat die Funktion einen Wert (hier: 3). Diese Funktion ist linear, aber nicht proportional.
Ein anschauliches Beispiel: Stell dir vor, du bezahlst einen Grundpreis für ein Handyabo und zusätzlich pro genutztem Gigabyte. Der Preis steigt linear mit dem Verbrauch – aber wegen des Grundpreises ist er nicht direkt proportional zur Nutzung. Ohne Daten hättest du trotzdem schon Kosten.
Der Schlüssel liegt also in der Frage: Geht die Gerade durch den Punkt (0|0)? Wenn ja, ist sie proportional. Wenn nein, ist sie zwar linear, aber eben nicht direkt proportional.
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