Warum der Sommerflieder im Garten problematisch sein kann
Der Sommerflieder, auch bekannt als Schmetterlingsflieder, ist bei vielen Gartenbesitzern beliebt – seine duftenden Blüten blühen üppig von Sommer bis in den Herbst und ziehen unzählige Schmetterlinge an. Doch gerade diese Anziehungskraft macht ihn zu einem umstrittenen Gewächs.
In naturnahen Gärten sollte auf den Sommerflieder besser verzichtet werden. Ob Admiral, Tagpfauenauge oder Zitronenfalter – die farbenfrohen Insekten schwärmen um die Blüten, weil der Nektar besonders süß und reichhaltig ist. So sehr, dass Forscher beobachtet haben, wie Schmetterlinge regelrecht „süchtig“ danach werden: Sie kehren immer wieder zum selben Strauch zurück und vernachlässigen dabei andere, heimische Pflanzen.Damit entsteht ein Ungleichgewicht. Der Sommerflieder stammt ursprünglich aus Asien und ist hierzulande ein Neophyt – eine nicht einheimische Pflanze. Er wächst oft sehr schnell und kann sich stark ausbreiten. An Böschungen, Wegrändern oder in Gärten nah an der Natur kann er heimische Arten verdrängen, weil er Licht, Wasser und Nährstoffe aufbraucht.
Wer Schmetterlinge unterstützen möchte, tut besser daran, auf einheimische Pflanzen wie Wiesen-Schafgarbe, Königskerzen oder verschiedene Kleearten zu setzen. Sie bieten nicht nur Bienen, sondern auch Faltern eine artengerechte Nahrungsgrundlage – ohne die ökologischen Risiken des Sommerflieders.
Die Entscheidung im Garten liegt letztlich bei jedem selbst. Doch wer naturnah gärtnert, denkt heute immer häufiger darüber nach: Schönheit hat ihren Preis – besonders, wenn sie aus fernen Ländern kommt.
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