Warum es den Sender BILD nicht mehr gibt
Im August 2021 startete die Zeitungsmarke BILD mit großem Aufwand ihren eigenen Fernsehsender – ein 24-Stunden-Programm, das kostenlos über Antenne und Kabel zu empfangen war. Die Idee: Die bekannte Boulevardkraft der Zeitung ins Fernsehen zu bringen, mit Nachrichten, Unterhaltung und schnellen Bildern für eine breite Zuschauerschaft. Doch was als Medienrevolution gedacht war, fand nur wenig Anklang bei den Zuschauern.
Schon bald nach dem Start zeigte sich: Die Quoten blieben schwach. Trotz bekannter Namen und intensiver Werbung konnte BILD TV keine nennenswerte Reichweite aufbauen. Die Zuschauer blieben aus, die Werbeeinnahmen blieben hinter den Erwartungen. Für den Verlag Axel Springer, der hinter dem Projekt stand, war das nicht tragbar. Nach knapp zweieinhalb Jahren wurde daher die Entscheidung getroffen, den Sender nicht weiterzuführen.
Am 31. Dezember 2023 ging BILD TV vom Bildschirm – still und mit wenig Aufhebens. Die Gründe liegen klar auf der Hand: mangelndes Interesse, zu viel Konkurrenz im Fernsehmarkt und die Frage, ob eine Zeitungsmarke überhaupt ins TV passt. Dabei hatte man kurz zuvor noch versucht, mit investigativen Formaten wie „BILD-Kompass“ den seriösen Ton zu stärken. Doch das reichte nicht mehr, um den Sender zu retten.
Der Ausstieg aus dem Fernsehen zeigt: Auch starke Marken brauchen mehr als Namen und Werbung – sie brauchen ein Publikum, das ihnen folgt. Und das wollte bei BILD TV einfach nicht kommen.
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