Abnehmen bei Lipödem: Hilfreich oder sinnlos?
Es kursiert ein hartnäckiges Gerücht: Wer an Lipödem leidet, kann durch Abnehmen nichts verbessern. Viele Betroffene fühlen sich dadurch entmutigt, obwohl sie alles versuchen, um ihre Beschwerden zu lindern. Doch diese Ansicht ist längst überholt. Dr. Gabriele Faerber, auf Lymphstörungen spezialisierte Ärztin, zeigt eindrucksvoll, dass gezielte Ernährung durchaus positive Auswirkungen auf das Lipödem hat.
Ihr Ansatz: Ein ketogenes, proteinoptimiertes Ernährungsprogramm. Dabei geht es nicht um radikales Hungern oder kurzfristige Diäten, sondern um eine nachhaltige Umstellung, die Entzündungen mindert, den Stoffwechsel stabilisiert und die Fettverteilung beeinflusst. Zahlreiche Patientinnen berichten von messbaren Fortschritten – weniger Schmerzen, verbesserte Mobilität und ein besseres Körpergefühl.
Bei Lipödem handelt es sich um eine chronische Erkrankung, bei der sich Fettgewebe vor allem an Beinen, Armen oder Gesäß ungleichmäßig ansammelt. Oft reagiert dieses Gewebe nicht auf klassisches Abnehmen – das ist richtig. Doch das bedeutet nicht, dass Ernährung keine Rolle spielt. Im Gegenteil: Eine entzündungshemmende Kost kann dazu beitragen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Wirksamkeit anderer Therapien wie Kompression oder manuelle Lymphdrainage zu unterstützen.
Auch bei gleichzeitigem Lymphödem ist eine ausgewogene Ernährung essenziell. Überschüssiges Salz, Zucker und verarbeitete Lebensmittel belasten das Lymphsystem zusätzlich. Eine Ernährung mit viel pflanzlicher Kost, gesunden Fetten und ausreichend Eiweiß stärkt hingegen die körpereigenen Abwehr- und Transportmechanismen.
Die Botschaft ist klar: Wer unter Lipödem leidet, sollte sich nicht entmutigen lassen. Mit der richtigen Unterstützung und einer angepassten Ernährung lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern – auch wenn das Ziel nicht eine schmalere Taille, sondern ein gesünderes, beschwerdefreieres Leben ist.
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