Warum knistert es beim Ausatmen oder Einatmen in der Lunge?

Ein ungewöhnliches Geräusch in den Atemwegen verunsichert viele Menschen. Besonders das sogenannte Knisterrasseln – in der Fachmedizin auch als Sklerophonie bezeichnet – ist ein ernstes Warnsignal des Körpers. Viele Betroffene nehmen es fälschlicherweise beim Ausatmen wahr, klinisch tritt es jedoch typischerweise am Ende einer tiefen Einatmung auf, insbesondere über den unteren Lungenabschnitten.

Dieses Phänomen lässt sich am besten mit dem Geräusch vergleichen, das entsteht, wenn man einen Klettverschluss langsam öffnet. Es deutet in den meisten Fällen auf strukturelle Veränderungen des Lungengewebes hin. Wenn Ärztinnen und Ärzte dieses spezifische Knistern bei der Auskultation (dem Abhorchen der Lunge mit dem Stethoskop) feststellen, liegt der Verdacht auf eine fibrosierende Lungenerkrankung wie die Lungenfibrose nahe.

Bei einer Lungenfibrose kommt es zu einer chronischen Entzündung, bei der das elastische Gewebe der Lungenbläschen zunehmend durch starres Bindegewebe ersetzt wird. Beim Einatmen müssen sich diese verklebten und versteiften Bläschen unter hohem Druck sprunghaft öffnen. Genau dieses plötzliche Entfalten der winzigen Lufträume erzeugt das charakteristische Knistern. Da die Erkrankung fortschreitend ist und den Gasaustausch massiv behindert, führt sie unbehandelt zu anhaltender Atemnot und trockenem Husten.

Wer ein solches Knistern oder Rasseln in der Brust bemerkt, sollte dies nicht ignorieren oder auf eine harmlose Erkältung schieben. Eine zeitnahe lungenärztliche Untersuchung ist der entscheidende erste Schritt, um die genauen Ursachen abzuklären und frühzeitig therapeutische Maßnahmen einzuleiten, die das Voranschreiten der Gewebeveränderung verlangsamen können.

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