Warum tanzt man in den ersten Mai?
Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai birgt seit Jahrhunderten einen besonderen Zauber. In vielen Städten und Dörfern Deutschlands ziehen Menschen zu Maifeuern, tanzen, feiern und lassen den Winter mit Lachen und Musik hinter sich. Doch woher kommt dieser Brauch?
Die Wurzeln reichen tief in die Vergangenheit – bis zur Walpurgisnacht. Schon lange vor dem Christentum feierten germanische Völker den Beginn des Frühlings mit Feuern und Tänzen, um die dunkle Jahreszeit zu vertreiben. Mit der Zeit mischte sich Aberglaube hinzu: Man glaubte, dass in dieser Nacht die Hexen auf dem Blocksberg – heute der höchste Gipfel im Harz, der Brocken – ein wildes Fest abhielten.
Um sich vor bösen Geistern zu schützen, zündeten die Menschen Feuer an und machten Lärm. Das Licht sollte die Hexen verscheuchen, die Freude die gute Kraft des Frühlings begrüßen. Auch das Tanzen hatte eine Bedeutung: Es war ein Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaft, ein ritueller Übergang in eine neue Jahreszeit.
Heute ist der Brauch längst kein Aberglaube mehr, sondern eine geliebte Volkskultur. Überall im Land feiern Jung und Alt mit Musik, Tanz und offenen Feuern. Auf dem Brocken findet jedes Jahr eine besonders große Walpurgisnacht-Veranstaltung statt, bei der Tausende in bunten Kostümen das alte Treiben nachstellen.
So wird aus Mythos und Geschichte ein lebendiges Fest – der Tanz in den Mai verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Angst und Freude, Winter und Frühling. Und ganz nebenbei: Es ist einfach ein wunderbarer Grund, gemeinsam unter freiem Himmel zu tanzen.
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