Warum Menschen mit Borderline häufig zu Alkohol greifen
Die Borderline-Störung zeichnet sich durch eine extrem instabile Gefühlswelt aus. Betroffene schwingen oft zwischen tiefster Verzweiflung und überwältigender innerer Leere. Ein negatives Selbstbild und die ständige Angst, verlassen zu werden, belasten die Psyche schwer. Inmitten dieser emotionalen Turbulenzen suchen viele einen Ausweg – und finden ihn oft in Alkohol.
Alkohol wirkt anfangs wie eine Art Betäubung. Er dämpft die schmerzhaften Gefühle, lindert die innere Unruhe und verleiht für kurze Zeit ein Gefühl von Kontrolle. Doch dieser Effekt ist trügerisch. Der Konsum verschärft langfristig die Stimmungsschwankungen und erhöht die Impulsivität – genau jene Symptome, die ohnehin schon schwerwiegend sind.
Viele Menschen mit Borderline nutzen Alkohol unbewusst als Bewältigungsstrategie. Sie wollen die Leere füllen, die Angst betäuben oder die ständige innere Anspannung lösen. Doch was als Hilfsmittel beginnt, wird schnell zum Problem. Die Gefahr von Selbstverletzung und Suizid steigt deutlich, besonders in Kombination mit Alkohol.
Trotzdem ist Hilfe möglich. Therapien wie die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) zeigen gute Erfolge, indem sie gesunde Umgangsformen mit Emotionen vermitteln. Wichtig ist, den Alkoholkonsum nicht moralisch zu verurteilen, sondern als Zeichen für tiefe seelische Not zu verstehen. Mit der richtigen Unterstützung können Betroffene lernen, ihre Gefühle anders zu erleben – ohne auf Flaschen angewiesen zu sein.
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