Die Geschwister Jesu – Wer waren sie?

Im Neuen Testament wird mehrfach von den Geschwistern Jesu berichtet. Namentlich genannt werden Jakobus, Joses (auch Josef), Judas und Simon. Diese Männer werden in den Evangelien als Brüder Jesu bezeichnet, was in der biblischen Sprache oft eine nah verwandte Person meint – entweder leiblich oder im übertragenen Sinn.

Die Frage, ob es sich um leibliche Geschwister handelt, ist seit Jahrhunderten Gegenstand theologischer Diskussion. Die katholische Kirche vertritt traditionell die Auffassung, dass Maria zeitlebens jungfräulich blieb. Deshalb werden die „Geschwister“ oft als Verwandte oder Neffen interpretiert – möglicherweise Kinder von Josefs früherer Ehe oder von einer Schwester Marias.

Andere christliche Traditionen sehen die Erwähnung der Brüder eher wörtlich: Jesus hatte tatsächlich jüngere Geschwister, die aus der Ehe von Maria und Josef stammten. Jakobus, der als „Bruder des Herrn“ bezeichnet wird, spielte später eine wichtige Rolle in der frühen Christenheit und war Leiter der Gemeinde in Jerusalem.

Unabhängig von der genauen Verwandtschaft zeigen die Erwähnungen der Geschwister, dass Jesus in eine reale Familie hineingeboren wurde. Er wuchs in einer jüdischen Familie in Nazaret auf, mit Eltern, Geschwistern und Verwandten – ein Mensch wie wir. Diese Nähe zum Alltag macht seine Botschaft für viele bis heute besonders greifbar.

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