Warum Märchen im Präteritum erzählt werden
„Es war einmal...“ – kaum hat man diese Worte gelesen, taucht man ein in eine Welt voller Wunder, Prinzen, Hexen und sprechender Tiere. Doch warum beginnen deutsche Märchen eigentlich fast immer im Präteritum? Die Antwort liegt nicht nur in der Grammatik, sondern in der besonderen Stimmung, die diese Zeitform schafft.
Das Präteritum verleiht Märchen ihren klassischen Klang. Ob von Rotkäppchen, dem Froschkönig oder Dornröschen – die Geschichten spielen in einer vagen, längst vergangenen Zeit. Genau das macht das Präteritum zur idealen Wahl. Es trennt die Erzählung deutlich von der Gegenwart und gibt dem Text etwas Feierliches, fast Magisches. Sätze wie „Da öffnete sich die Tür“ oder „Der Ritter zog sein Schwert“ wirken durch das Präteritum zeitlos und bilderbuchhaft.
Außerdem hilft das Schreiben im Präteritum Schülern, diese Zeitform spielerisch zu festigen. In Arbeitsblättern und Unterrichtsmaterialien, wie jenen des Auer-Verlags, wird die Erzählzeit gezielt geübt. So lernen Kinder nicht nur, wie man Geschichten erfindet, sondern auch, wie man grammatikalisch korrekt erzählt.
Letztendlich ist das Präteritum mehr als eine grammatische Vorschrift – es ist der stilistische Schlüssel zur Märchenwelt. Es hält Distanz zur Wirklichkeit und öffnet die Tür zu einer Zeit, in der Wunder möglich sind.
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