Was bedeutet „6 Finger“?

Wenn von „6 Fingern“ die Rede ist, handelt es sich meist um eine angeborene Besonderheit, die medizinisch als Polydaktylie bezeichnet wird. Betroffene Menschen haben an einer oder beiden Händen – oder auch an den Füßen – mehr als die üblichen fünf Finger oder Zehen. Am häufigsten zeigt sich dies durch einen zusätzlichen, oft unvollständigen Daumen, der neben dem normalen Daumen wächst.

Die Polydaktylie ist keine Krankheit, sondern eine Variante der natürlichen Körperentwicklung. In den meisten Fällen ist der zusätzliche Finger funktionslos oder nur teilweise ausgebildet, kann aber je nach Lage und Größe leichte Beeinträchtigungen im Alltag verursachen. Bei Bedarf wird er in der frühen Kindheit operativ entfernt, besonders wenn er die Bewegungsfähigkeit der Hand beeinträchtigt.

Die Ursache liegt oft in der Vererbung: Die Neigung zur Polydaktylie wird meist autosomal-dominant weitergegeben, das bedeutet, dass bereits ein Elternteil das entsprechende Gen tragen muss, damit das Kind betroffen sein kann. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen keine familiäre Vorgeschichte vorliegt und die Fehlbildung zufällig auftritt.

Weltweit ist diese Erscheinung selten, aber nicht unbekannt. In manchen Kulturen wurde sie früher als Zeichen besonderer Begabung oder sogar als Omen gedeutet. Heute wissen wir: Ein sechster Finger ist vor allem ein Hinweis darauf, wie vielfältig die menschliche Genetik sein kann – und dass der menschliche Körper nicht immer dem Standard entspricht.

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