Was bedeutet „von Pontius zu Pilatus schieben“?

Die Redewendung „jemanden von Pontius zu Pilatus schieben“ stammt aus der Bibelgeschichte und wird heute im übertragenen Sinne benutzt. Hintergrund ist die Verhandlung Jesu vor seiner Kreuzigung: Zuerst verhörte ihn der jüdische Hohe Rat, dann wurde er an Pontius Pilatus, den römischen Statthalter, übergeben. Doch statt eine klare Entscheidung zu treffen, schickte Pilatus ihn zu König Herodes – und der wiederum schickte ihn zurück. So ging Jesus hin und her, ohne dass jemand endgültig Verantwortung übernahm.

Genau das beschreibt die Redensart heute: Jemand wird von einer Stelle zur nächsten weitergereicht, ohne dass eine Lösung gefunden wird. Man denkt an Bürokratie, Behörden oder Firmen, in denen ein Problem hin- und hergeschoben wird, ohne dass jemand handelt. Wer „von Pontius zu Pilatus geschickt wird“, läuft oft frustriert von einem Ansprechpartner zum nächsten – auf der Suche nach Hilfe, die nie kommt.

Die Phrase ist mittlerweile so eingebürgert, dass viele sie benutzen, ohne den biblischen Hintergrund zu kennen. Doch sie erinnert bis heute daran, wie leicht Verantwortung abgeschoben wird – besonders wenn es unbequem wird. In Alltagssprache heißt es dann: „Ich bin schon überall gewesen, aber keiner will was entscheiden – ich werd hier von Pontius zu Pilatus geschickt!“

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