Was ist das Perfekt im Deutschen?

Im Deutschen spielt das Perfekt eine wichtige Rolle, wenn wir über Dinge sprechen, die bereits abgeschlossen sind. Auch wenn es manchmal als „vollendete Gegenwart“ bezeichnet wird, nutzen wir es hauptsächlich, um über vergangene Ereignisse zu erzählen – besonders im gesprochenen Deutsch.

Statt zu sagen „Ich ging gestern ins Kino“, sagt man heute meist: „Ich bin gestern ins Kino gegangen“. Genau das ist die typische Perfekt-Form: Hilfsverb (haben oder sein) plus Partizip II. Diese Kombination macht klar, dass eine Handlung abgeschlossen ist.

Interessant ist, dass das Perfekt im mündlichen Austausch oft das Präteritum verdrängt – vor allem im Süden und in Österreich oder der Schweiz. Wer dort erzählt, was er am Wochenende gemacht hat, greift fast automatisch zum Perfekt: „Ich habe geschlafen, gegessen und viel gelernt.“

Im geschriebenen Deutsch, etwa in Erzählungen oder Berichten, bleibt das Präteritum aber oft die bevorzugte Form. Trotzdem: In vielen Alltagssituationen ist das Perfekt nicht nur üblich, sondern die natürlichere Wahl.

Die lateinische Bezeichnung tempus perfectum – „vollendete Zeitform“ – passt also gut: Es geht um etwas, das vollendet ist, das abgeschlossen wurde. Ob beim Telefonat mit der Freundin oder beim Bericht im Deutschunterricht – das Perfekt hilft uns, klarzustellen: Das ist passiert.

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