Der gefährliche Mythos der Diät-Watte
Im Bereich der extremen Schlankheitsideale kursieren immer wieder gesundheitsschädliche Mythen. Ein besonders alarmierendes Beispiel ist der Verzehr von Wattebäuschen, um den Hunger zu täuschen. Oft werden diese in Orangensaft getränkt oder mit Gewürzen wie Maggi versehen, um sie schmackhafter zu machen oder den Geschmack zu überdecken.
Die vermeintliche Logik hinter diesem Trend ist simpel: Da der menschliche Körper Zellulose nicht verdauen kann, soll die Watte im Magen ein langanhaltendes Völlegefühl erzeugen, ohne dabei Kalorien zuzuführen. Die unverdauten Fasern werden anschliessend auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden.
Mediziner und Ernährungsberater warnen jedoch eindringlich vor dieser Praxis. Der Verzehr von Kosmetik- oder Bastelwatte ist keineswegs harmlos. Da Baumwollfasern meist synthetische Stoffe oder chemische Rückstände enthalten, können sie im Verdauungstrakt schwere Blockaden verursachen. Solche sogenannten Bezoare führen im schlimmsten Fall zu lebensgefährlichen Darmverschlüssen, die operativ entfernt werden müssen. Zudem liefert diese Methode keinerlei Nährstoffe, was den Körper extrem schwächt und den Weg in gefährliche Essstörungen ebnet.
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