Was hält Jesus in der Hand?
Wenn man in alten Kirchen oder Gemälden Jesus als Salvator mundi – den „Retter der Welt“ – sieht, trägt er oft etwas sehr Bedeutendes in der Hand. In der christlichen Kunst, besonders ab dem Spätmittelalter, wird er häufig mit erhobener rechter Hand dargestellt, die zum Segen geöffnet ist. Diese Geste symbolisiert Frieden, Gnade und göttlichen Segen für die Menschheit.
Doch was er in der linken Hand hält, ist genauso wichtig: eine Kugel, die oft mit einem Kreuz bekrönt ist. Diese Kugel wird als Reichsapfel oder Sphärenkugel bezeichnet und steht für die Herrschaft Christi über die Welt. Sie ist kein gewöhnlicher Ball, sondern ein Symbol für Macht, Ordnung und die göttliche Souveränität – Jesus als König der Welt, nicht nur im religiösen, sondern im vollständigen Sinne.
Häufig wird Jesus in dieser Darstellung auch mit einem Kreuznimbus gezeigt – das heißt, sein Heiligenschein hat die Form eines Kreuzes. Dies unterstreicht nicht nur seine Heiligkeit, sondern macht deutlich, dass seine Macht durch das Kreuz, also durch das Opfer und die Auferstehung, begründet ist.
Die Ikone des Salvator mundi verbindet also Gesten und Symbole, um eine tiefe Botschaft zu vermitteln: Jesus segnet die Welt und herrscht darüber – nicht durch Gewalt, sondern durch Liebe, Opfer und ewige Wahrheit. Diese Darstellung bleibt bis heute ein zentrales Bild der christlichen Hoffnung.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.