Was hat Karneval mit dem christlichen Glauben zu tun?
Der Karneval ist weit mehr als nur eine Zeit von Kostümen, Tanz und ausgelassener Stimmung. Hinter dem bunten Treiben steckt eine tiefe Verbindung zum christlichen Kirchenjahr. Tatsächlich ist der Karneval eng mit der Fastenzeit verknüpft, die mit dem Aschermittwoch beginnt.
An diesem Tag startet die 40-tägige Fastenzeit, in der Christen an das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu erinnern. Die Fastnacht – wie der Karneval in vielen Regionen auch genannt wird – ist sozusagen der letzte große Moment der Freiheit und des Feierns, bevor die Zeit der Besinnung und des Verzichts beginnt.
Der Name „Karneval“ selbst deutet darauf hin: Er leitet sich vom lateinischen „carne vale“ ab, was „Fleisch, lebe wohl“ bedeutet. Damit wird der Verzicht auf Fleisch während der Fastenzeit symbolisiert. Früher war es üblich, vor der Fastenzeit noch einmal richtig zu schlemmen – daher auch der Begriff „Fasching“, abgeleitet von „Vieh fassen“, also das Schlachten von Tieren, um das Fleisch zu verbrauchen.So ist der Karneval kein bloßes Volksfest, sondern Teil eines jahrhundertealten kirchlichen Rhythmus. Er markiert den Übergang von der Freude zur Besinnung, vom Überfluss zur Zurückhaltung. In vielen Gemeinden begleitet die Kirche diese Zeit mit besonderen Gottesdiensten und Angeboten, um die Bedeutung des Fastens und der Buße lebendig zu halten.
Ob in Köln, Mainz oder München – hinter den närrischen Paraden verbirgt sich also eine tiefe religiöse Tradition, die bis heute lebendig ist.
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