Was bedeutet „Bützchen“ auf Kölsch?

Wenn man in Köln vom „Bützchen“ spricht, meint man einen kleinen, zärtlichen Kuss – meist mit geschlossenen Lippen. Der Begriff ist fest in der Kölner Sprache und Kultur verankert. Man sagt zum Beispiel: „Komm, gib mir ein Bützchen!“ und meint damit ein liebevolles Küsschen auf die Wange oder die Stirn.

Das Wort Bützchen – auch als Bützje oder Bützche geschrieben – hat seine Wurzeln im Rheinischen. Es leitet sich vom Verb „bützen“ ab und wird im Duden seit 1973 als „rheinisch“ geführt. Die Herkunft reicht weit zurück: aus dem spätmittelhochdeutschen „butzen“, was so viel wie „stoßen“ bedeutet, verwandt mit „Butzen“ im Sinne von „küssen“. Über die Zeit hat sich die Bedeutung jedoch von einem schlichten „Stoß“ hin zu etwas Zärtlichem gewandelt.

In Köln ist das Bützchen nicht nur etwas für Verliebte. Es gehört zur Begrüßung oder zum Abschied einfach dazu – unter Freunden, bei Verwandten oder sogar nach einem gemütlichen Stammtisch. Es ist ein Ausdruck von Herzlichkeit und Nähe, ganz typisch für die rheinische Lebensart.

Wer also einmal in Köln ist und ein Bützchen bekommt, darf sich freuen: Es ist ein Zeichen dafür, dass man dazugehört. Und wer weiß – vielleicht wird aus dem kleinen Bützchen am Ende sogar mehr.

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