Was heißt „gut gelitten“?

Der Ausdruck „gut gelitten“ beschreibt, dass jemand gerne gesehen wird oder bei anderen Anklang findet. Es ist eine etwas ältere, etwas formellere Variante von „gemocht werden“. Wer gut gelitten ist, stößt auf positive Reaktionen – man fühlt sich in seiner Gegenwart wohl, man freut sich, wenn er dazukommt.

Im Alltag sagt man heute oft: „Er ist der Publikumsliebling“ oder „Sie ist der Schwarm aller“. Solche Formulierungen klingen lebendiger und passen besonders in informellen Kontexten – etwa bei Prominenten, Kollegen oder auch beim neuen Nachbarn, der mit Kuchen vorbeikommt. Auch „umworben werden“ oder „umschwärmt werden“ kann eine ähnliche Bedeutung haben – besonders, wenn viele Menschen jemanden bewundern oder besonders mögen.

Interessant ist, dass „gut gelitten“ oft im Vergleich mit seinem Gegenteil wirkt: Wer nicht gut gelitten ist, stößt auf Ablehnung oder Kritik. In Unternehmen etwa kann es heißen: „Der neue Chef ist nicht besonders gut gelitten – die Belegschaft ist skeptisch.“ Das zeigt: Es geht hier nicht nur um Sympathie, sondern auch um Akzeptanz.

Ein ähnliches, etwas gehobeneres Wort ist „wohlgelitten“. Es klingt förmlicher und wird heute seltener gebraucht – man findet es eher in literarischen Texten oder feierlichen Reden.

Ob im Job, in der Familie oder unter Freunden: Wer gut gelitten ist, spürt das meist schnell – durch offene Gesichter, einladende Gesten und echtes Interesse. Es ist mehr als bloße Höflichkeit – es ist echte Zuneigung.

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