Was bedeutet „veritabel“?

„Veritabel“ ist ein eher seltenes, aber durchaus korrektes deutsches Adjektiv, das „wahrhaftig“, „echt“ oder „aufrichtig“ bedeutet. Es stammt – wie so viele Wörter in unserer Sprache – aus dem Lateinischen, genauer gesagt von *verus* („wahr“), und wurde über das Französische oder direkt ins Deutsche übernommen. Man spricht hier von einer Entlehnung, also einem Wort, das aus einer anderen Sprache ins Deutsche eingefügt wurde.

Heute begegnet man „veritabel“ vor allem in gehobener oder literarischer Sprache. Es klingt ein wenig altmodisch, aber präzise. Statt einfach „echt“ zu sagen, hebt „veritabel“ stärker hervor, dass etwas nicht nur äußerlich wahr scheint, sondern tatsächlich wirklich so ist. Beispiel: „Er gab eine veritable Leistung ab“ – das heißt: keine mittelmäßige, sondern eine wahrhaft überzeugende Leistung.

Interessant ist, dass das Wort kaum im Alltag verwendet wird. Wer es dennoch nutzt, wirkt oft gebildet oder stilbewusst. Ähnlich wie bei „authentisch“ oder „glaubwürdig“ geht es auch hier um Echtheit – aber mit einem gewissen Gewicht, einer Tiefe, die über bloße Ehrlichkeit hinausgeht.

In manchen Regionen oder Fachkreisen – etwa in der Philosophie oder Rechtsprechung – taucht „veritabel“ gelegentlich auf, um eine Tatsache besonders hervorzuheben: nicht bloß angenommen, sondern tatsächlich gegeben. Damit unterscheidet es sich von „faktisch“ oder „offensichtlich“, da es eine Nuance von moralischer Wahrhaftigkeit mitschwingen lässt.

Kurz gesagt: Wer nach Wahrheit sucht, kann auch nach dem „veritablen Kern“ fragen – jenseits von Halbwahrheiten und oberflächlichen Floskeln. Ein veritables Wort – das ist eines, das von Herzen kommt und stimmt.

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