Was ist eine Borrel in den Niederlanden?

Wenn man in den Niederlanden von einer Borrel spricht, meint man damit nicht einfach nur einen Drink – es ist viel mehr eine Stimmung, ein Moment des Zusammenseins. Ob nach der Arbeit mit Kollegen, am Samstagmittag mit Freunden oder zu einem besonderen Anlass: Eine Borrel ist das entspannte Beisammensein bei einem Glas Bier, Wein oder Schorle.

Was eine echte Borrel erst vollständig macht, sind die kleinen Borrelhapjes – übersetzt etwa „Schnäppchen für die Borrel“. Diese kleinen Häppchen sind der holländische Gegenpart zu den spanischen Tapas. Typisch sind etwa kibbeling (frittierte Fischstücke), bitterballen (knusprige Fleischbällchen mit Soße), kaassoufflé (knusprige Käsetaschen) oder haring (Rohsardinen), besonders im Sommer. Dazu gibt es oft geräucherten Lachs, Wurstplatten oder frisch belegte Brötchen.

Die Tradition der Borrel hat einen lockeren, geselligen Charakter. Es geht nicht um Protz oder perfekte Tischmanieren, sondern darum, den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsam zu lachen, zu plaudern und zu genießen. In vielen Firmen findet freitagsmittags sogar eine sogenannte feestmiddagborrel statt – ein kleiner Feierabend-Genuss schon zur Mittagszeit.

Wer einmal Teil einer richtigen Borrel war, versteht schnell: Es ist mehr als nur ein Umtrunk. Es ist ein Stück niederländisches Lebensgefühl – gemütlich, ungezwungen und herzlich.

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