Wann „hätte“ und „hätten“ richtig verwenden?
Im Deutschen wird der Konjunktiv I oft verwendet, um indirekte Rede wiederzugeben oder höfliche Formulierungen zu wählen. Beim Verb haben weicht die Konjunktiv-I-Form von der Indikativform ab, besonders in der 1. Person Singular und in der 1. und 3. Person Plural.
So lautet die Ersatzform in der Konjunktiv-I-Bildung: Aus „ich habe“ wird „ich hätte“ – allerdings nicht im Sinne des Konjunktiv II (wie bei „Ich hätte Zeit“), sondern als Form des Konjunktiv I in der indirekten Rede. Richtig wäre beispielsweise: „Er sagte, er hätte Durst“ – hier steht „hätte“ für die indirekte Wiedergabe von „Ich habe Durst“.
Gleiches gilt für die Pluralformen: „Wir hätten Durst“ oder „Sie hätten Durst“ (in der höflichen Anrede) können Konjunktiv I ausdrücken, wenn es um Berichteten geht. Wichtig ist, nicht zu verwechseln mit dem Konjunktiv II von „haben“, der ebenfalls „hätte/hätten“ lautet, aber eine irrealere Bedeutung hat – etwa „Ich hätte Geld, wenn ich es verdient hätte.“
Die Formen „hätte“ und „hätten“ erscheinen also in zwei Modi – Konjunktiv I und II – und müssen daher immer aus dem Kontext heraus verstanden werden. Wer sicher sein will, verwendet die Konjunktiv-I-Form besonders in schriftlichen Berichten oder formellen Situationen, um die indirekte Rede korrekt wiederzugeben.
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