Was ist Räuspern?

Fast jeder kennt das: Ein Kratzen im Hals – und schon räuspert man sich, oft ganz automatisch. Doch was genau passiert dabei? Räuspern ist das bewusste oder reflektorische Ausstoßen von Luft durch die Stimmlippen, die dabei kurz angespannt und wieder gelockert werden. Dabei entsteht ein charakteristischer, dem Husten ähnlicher Laut.

Der Begriff stammt aus dem Mittelhochdeutschen – „riuspern“ bedeutete damals so viel wie „im Hals kratzen“. Tatsächlich nutzt unser Körper das Räuspern oft, um Reizungen im Rachen oder in der Luftröhre zu beseitigen. Ob durch trockene Luft, Staub oder Schleim – der Körper versucht, die Atemwege frei zu halten.

Interessant ist, dass auch unsere Stimmbänder bei diesem Vorgang beteiligt sind. Sie schließen sich kurz, während die ausgeatmete Luft unter Druck steht. Wenn sie sich dann plötzlich öffnen, entsteht der typische Klang. Im Gegensatz zum Husten, der vor allem tiefer sitzt und kräftiger ist, bleibt das Räuspern meist oberflächlicher und dient oft als Warnsignal des Körpers.

Gelegentliches Räuspern ist völlig normal. Wer es jedoch ständig tun muss, sollte aufmerken – besonders wenn es mit Heiserkeit oder Halsbeschwerden einhergeht. Dann kann es ein Hinweis auf Reizung, Allergie oder eine andere Ursache sein, die ärztliche Abklärung braucht.

Letztlich ist Räuspern ein kleiner, aber feiner Reflex, den wir oft unbewusst einsetzen – mal, um den Hals frei zu machen, mal auch, um die Aufmerksamkeit anderer zu gewinnen. Ein ganz alltägliches Geräusch mit tiefer liegenden Funktionen.

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