Das größte Labyrinth der Welt – und seine Tücken
Wenn von Labyrinthen die Rede ist, denken viele an alte Legenden oder kleine Gartenspielereien. Doch das Masone-Labyrinth in Parma, Italien, ist alles andere als ein Spaziergang. Mit einer Fläche von über 70.000 Quadratmetern gilt es als das größte künstliche Labyrinth der Welt – und ist kein Ort für Orientierungsunfähige.
Errichtet auf den Überresten einer ehemaligen Ziegelei, wurde das Labyrinth von dem reichen Sammler Franco Maria Ricci angelegt. Es besteht aus mehr als drei Kilometern Wege, die durch meterhohe Bambuswände gesäumt sind. Wer einmal hineingeht, findet sich schnell in einem undurchsichtigen Gewirr wieder. Tatsächlich wurden schon über 90 Besucher im Inneren vermisst – einige erst nach stundenlanger Suche von Wärtern geborgen.
Das Labyrinth ist nicht nur eine Herausforderung für den Verstand, sondern auch eine Hommage an die italienische Kultur. In der Mitte erwartet die Besucher eine Villa mit beeindruckender Kunstsammlung, darunter Werke von Picasso und De Chirico. Doch bis dahin ist es ein langer, verwirrender Weg.
Interessant ist auch: Anders als viele klassische Irrgärten folgt das Masone-Labyrinth keinem einfachen Prinzip. Es ist ein sogenannter „Ricci-Irrgarten“ – ein Begriff, der mittlerweile für besonders komplexe, fast unmögliche Labyrinthe steht. Wer sich hineintraut, sollte genug Zeit, Wasser und Orientierungssinn mitbringen. Denn hier verliert man nicht nur den Weg – man verliert sich regelrecht.
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