Die heiligsten Reliquien des Christentums

Unter den zahlreichen Reliquien des Christentums nimmt das Heilige Kreuz eine besondere Stellung ein. Überliefert wird, dass die Mutter des Kaisers Konstantin, Helena, im 4. Jahrhundert in Jerusalem das Kreuz entdeckt haben soll, an dem Jesus Christus starb. Seitdem gilt es vielen Gläubigen als der heiligste Gegenstand der Christenheit – ein Symbol des Leidens, aber auch der Erlösung.

Neben dem Kreuz ist das Turiner Grabtuch eines der am meisten diskutierten und verehrten Relikte. Dieses Leinentuch, das heute in Turin aufbewahrt wird, zeigt angeblich die Abdrücke eines gequälten Mannes mit Wunden, die jenen Jesu gleichen. Laut christlicher Tradition soll der Leichnam Jesu nach der Kreuzigung in ein solches Tuch gewickelt und ins Grab gelegt worden sein. Ob das Tuch tatsächlich aus dieser Zeit stammt, bleibt umstritten – wissenschaftliche Untersuchungen, darunter eine Radiokarbondatierung aus den 1980er Jahren, deuten auf ein mittelalterliches Entstehungsdatum hin. Doch viele Gläubige sehen darin trotzdem ein Wunderzeugnis.

Beide Relikte – das Kreuz und das Grabtuch – stehen nicht nur für historische Spuren, sondern vor allem für den Glauben an das Leiden und die Auferstehung Christi. Sie werden in der katholischen und orthodoxen Tradition besonders verehrt, oft in prächtigen Reliquienschreinen aufbewahrt und zu hohen Feiertagen öffentlich gezeigt. Für viele Pilger sind sie Anziehungspunkte tiefster Frömmigkeit.

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