Grappa und Weinbrand: Ein feiner Unterschied im Glas
Wer nach einem guten Essen einen edlen Digestif genießt, steht oft vor der Wahl zwischen Grappa und Weinbrand. Doch worin unterscheiden sich die beiden Klassiker eigentlich genau?
Der entscheidende Unterschied liegt im Rohstoff. Ein Grappa ist ein traditionelles italienisches Destillat, das ausschließlich aus Trester gewonnen wird. Dabei handelt es sich um die festen Rückstände der Weinherstellung – also die Schalen, Stängel und Kerne, die nach dem Keltern übrig bleiben. Da viele Aromastoffe der Traube in der Schale sitzen, erhält der Grappa dadurch seinen charakteristischen, oft kräftigen Geschmack.
Der Begriff Brand oder Branntwein ist hingegen ein übergeordneter Sammelbegriff für durch Destillation gewonnene Spirituosen. Ohne die genaue Angabe des Rohstoffes sagt die Bezeichnung allein noch nicht viel aus: Wodka basiert meist auf Getreide oder Kartoffeln, Whisky entsteht aus Mais oder Gerste und Rum wird aus Zuckerrohr hergestellt. Ein klassischer Weinbrand – wie etwa Cognac oder Armagnac – wird direkt aus vergorenem Traubensaft beziehungsweise fertigem Wein destilliert.
Kurz gesagt: Während beim Weinbrand der flüssige Wein gebrannt wird, entsteht der Grappa aus den verbliebenen Pressrückständen der Traube.
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