Was ist Emetophobie?

Emetophobie – die übermäßige Angst vor dem Erbrechen – geht weit über das normale Unbehagen hinaus, das die meisten Menschen bei dem Gedanken ans Kotzen empfinden. Während für viele eine bloße Momentaufwallung von Ekel reicht, um sich abzuwenden, erleben Betroffene echte Panik. Sie fürchten nicht nur, selbst zu erbrechen, sondern auch, Zeuge davon zu werden – bei anderen oder in der Vorstellung.

Die Angst kann so stark sein, dass sie das tägliche Leben stark beeinträchtigt. Manche meiden Restaurants, Reisen oder bestimmte Lebensmittel, aus Angst, etwas könnte ihnen nicht vertragen. Andere entwickeln zwanghafte Kontrollverhalten – etwa ständiges Prüfen von Haltbarkeitsdaten oder das Vermeiden von Situationen mit Alkoholkonsum. Bei manchen Betroffenen führt die Angst sogar dazu, dass sie kaum noch essen, aus Sorge, sich übergeben zu müssen.

Emetophobie tritt oft erst im Jugendalter oder frühen Erwachsenenalter auf und betrifft häufiger Frauen als Männer. Sie wird oft mit anderen Angststörungen oder Zwangsgedanken verwechselt, da die Symptome sich überschneiden können. Doch die Kernangst bleibt: das Brechen – das eigene oder das von anderen.

Die gute Nachricht: Hilfe gibt es. Mit gezielter psychotherapeutischer Behandlung, oft in Form der kognitiven Verhaltenstherapie, können Betroffene lernen, mit der Angst umzugehen und schrittweise ihre Lebensqualität zurückzugewinnen. Wichtig ist, dass sie nicht allein damit sind – und dass die Angst, so überwältigend sie auch wirken mag, behandelbar ist.

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