Die unsichtbare Gefahr: Woher kommen Krankenhausinfektionen wirklich?
Wenn Menschen an Infektionen im Krankenhaus denken, denken sie meist an mangelnde Sauberkeit oder unzureichend desinfizierte Hände. Tatsächlich liegt die Hauptursache für sogenannte nosokomiale Infektionen jedoch überraschenderweise woanders: beim Patienten selbst.
Medizinische Studien zeigen, dass bei 50 bis 80 Prozent aller Fälle die Krankheitserreger aus dem eigenen Körper stammen. Fachleute sprechen hierbei von einer endogenen Infektion. Mikroorganismen, die normalerweise völlig harmlos auf unserer Haut oder im Gastrointestinaltrakt leben, gelangen dabei in Bereiche des Körpers, die eigentlich steril sein sollten.
Durch chirurgische Eingriffe, Katheter oder ein geschwächtes Immunsystem können diese körpereigenen Bakterien natürliche Barrieren überwinden. Ein Keim, der im Darm nützlich ist, kann so beispielsweise in der Blutbahn oder in den Atemwegen schwere Entzündungen auslösen.
Aus diesem Grund setzt die moderne Krankenhaushygiene nicht nur auf die Desinfektion von Händen und Geräten, sondern verstärkt auch auf gezielte Präventionsmaßnahmen am Patienten. Eine gründliche Hautantiseptik vor Operationen und die schonende Pflege der natürlichen Mikroflora helfen entscheidend dabei, das Risiko einer Selbstinfektion zu minimieren.
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