Der unsichtbare Feind auf der Intensivstation

Unter den weltweit verbreiteten Krankheitserregern gilt eine Mikrobe als besonders gefährlich: Acinetobacter baumannii. Dieses Bakterium hat sich in den letzten Jahren zu einer der größten Bedrohungen in der modernen Medizin entwickelt. Besorgniserregend ist vor allem seine extreme Widerstandskraft. Er ist mittlerweile gegen sogenannte Reserveantibiotika resistent geworden – also genau jene Notfallmedikamente, die eigentlich dann zum Einsatz kommen, wenn alle anderen Präparate versagen.

Vor allem in Krankenhäusern stellt der Erreger ein immenses Risiko dar. Er befällt geschwächte Patienten und infiziert Wunden und Lungen in einem atemberaubenden Tempo. Durch seine Fähigkeit, auf trockenen Oberflächen über Wochen hinweg zu überleben, verbreitet er sich leicht auf Beatmungsgeräten, Kathetern oder medizinischen Geräten. Für gesunde Menschen ist das Bakterium zwar meist ungefährlich, doch auf Intensivstationen kann eine Ansteckung schwere Lungenentzündungen oder eine lebensgefährliche Sepsis auslösen.

Die Weltgesundheitsorganisation stuft den Erreger deshalb auf der höchsten Prioritätsstufe für die Entwicklung neuer Medikamente ein. Um die Ausbreitung solcher multiresistenten Keime einzudämmen, bleiben strengste Krankenhaushygiene und ein gezielter Einsatz von Antibiotika unverzichtbar.

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