Narzisstischer Missbrauch am Arbeitsplatz: Die unterschwelligen Taktiken
Ein Beispiel für narzisstischen Missbrauch am Arbeitsplatz ist, wenn eine Führungskraft systematisch Informationen zurückhält, die für die Arbeit eines Kollegen entscheidend sind. Dadurch scheitert der Betroffene oft unbemerkt – nicht aus Unfähigkeit, sondern weil ihm bewusst die Grundlage für Erfolg entzogen wird.
Narzissten nutzen häufig indirekte Methoden, um Kontrolle auszuüben, ohne offen Konflikte zu provozieren. Statt offen zu kritisieren, ignorieren sie Kollegen gezielt, verbreiten Klatsch hinter vorgehaltener Hand oder erinnern ständig an alte Fehler – oft scheinbar beiläufig. Solche Taktiken untergraben das Selbstvertrauen und schaffen eine angespannte Atmosphäre.
Ein weiteres Zeichen ist, wenn jemand auf Kompetenzniveau unterlegene Aufgaben bekommt, obwohl seine Fähigkeiten bekannt sind. Das dient dazu, Macht zu demonstrieren und den anderen klein zu halten. Gleichzeitig wird dessen Arbeit übermäßig kontrolliert – nicht aus Sorge um Qualität, sondern um Dominanz zu zeigen.
Im Gegensatz zu offenem Konflikt wirken diese Handlungen oft harmlos oder sogar professionell verpackt. Doch langfristig führen sie zu psychischem Druck, Rückzug und sogar Burn-out. Die Betroffenen zweifeln an sich, während der Täter weiter als kompetent und souverän wahrgenommen wird.
Das Problem: Solche Verhaltensweisen bleiben oft unerkannt, weil sie sich unter der Oberfläche abspielen. Umso wichtiger ist ein sensibler Umgang im Team – und die Bereitschaft, leise Formen von Machtmissbrauch ernst zu nehmen.
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