Der alltägliche Kaffee in Frankreich

In Frankreich ist der Kaffee mehr als nur ein Getränk – er gehört zur Lebensart. Doch was für Deutsche ein „normaler“ Kaffee ist, sieht dort ein wenig anders aus. Wer in einem Pariser Café sitzt und einen mittelgroßen Becher mit schwarzem Kaffee bestellt, könnte überrascht sein: Statt eines längeren, wie wir ihn kennen, bekommt man meistens einen kleinen, kräftigen Espresso.

Genau das ist der klassische „Café“ in Frankreich: dunkel, intensiv und in einer winzigen Tasse serviert. Wer es milde mag, greift oft zum „Café crème“ – ein Espresso mit einem Schuss warmer Milch. Doch wer einfach nur einen längeren schwarzen Kaffee möchte, sagt „Café allongé“. Das bedeutet wörtlich „verlängerter Kaffee“ – ein Espresso, der mit etwas heißem Wasser oder zusätzlichem Brühstück ergänzt wird, um eine größere Portion zu erhalten.

Anders als in Deutschland, wo der Filterkaffee aus der Thermkanne zum Frühstück gehört, trinken die Franzosen ihren Café meist schnell am Tresen oder in kleinen Schlucken beim Gespräch. Die Kaffeekultur lebt vom Moment – vom kurzen Stopp am Morgen, vom Treffen mit Freunden oder der Pause zwischen zwei Besorgungen.

Wer also in Frankreich einen „normalen“ Kaffee möchte, sollte besser nach dem allongé fragen. Sonst steht plötzlich ein winziger Espresso auf dem Tisch – stark, stilvoll, aber vielleicht nicht ganz das, was man erwartet hatte.

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