Der Ehrendoktor – Ein Titel mit Preis und Prestige
Ein Doktortitel ehrenhalber, auch „Dr. hc“ (honoris causa) genannt, ist keine wissenschaftliche Leistung im klassischen Sinn – doch er hat seinen ganz eigenen Wert. Und der ist nicht nur symbolisch. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29. Juni 2019 kostet der Erwerb eines solchen Ehrentitels an manchen Stellen satte 20.000 Euro. Damit liegt der Preis sogar doppelt so hoch wie der eines „regulären“ Doktorgrades, bei dem die Investition oft in Zeit, Arbeit und Nerven besteht, nicht in barer Münze.
Universitäten verleihen den Ehrendoktor traditionell an Persönlichkeiten, die sich außerhalb der klassischen Forschung verdient gemacht haben – sei es in Kultur, Politik oder Wirtschaft. Doch wo Geld im Spiel ist, gerät die akademische Zurückhaltung manchmal ins Wanken. Der Bericht kritisiert, dass einige Träger des Titels mit einer „forschen Lässigkeit“ agieren – etwa, indem sie den Titel im Alltag nutzen, ohne die Hintergründe zu thematisieren. So taucht „Dr. hc“ plötzlich auf Visitenkarten oder in Vortragsankündigungen auf, als wäre er gleichrangig mit einem erworbenen Doktortitel.
Dabei bleibt die Frage: Was wiegt mehr – die Anerkennung oder der Anschein? Der Ehrendoktor soll Wertschätzung ausdrücken, keine Karriere ausschmücken. Doch je durchschaubarer die Hintergründe werden, desto mehr gerät das Ansehen des Titels unter Druck. Denn letztlich zählt nicht, was man bezahlt hat, sondern was man bewirkt hat.
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