Was passiert im Körper bei einer Sucht?

Wenn ein Mensch eine Sucht entwickelt, betrifft dies das Kontrollzentrum unseres Körpers: das Gehirn. Sucht verursacht tiefgreifende molekulare Veränderungen, insbesondere in den Bereichen, die für das Belohnungssystem zuständig sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Botenstoff Dopamin, der für die Erwartung von Belohnung, Motivation und Glücksgefühlen verantwortlich ist.

Bei einer Abhängigkeit werden die Neuronen im Gehirn so modifiziert, dass sie viel stärkere Dopaminsignale als üblich übertragen können. Der Körper gewöhnt sich an diesen künstlich erhöhten Dopaminrausch, den Drogen, Alkohol oder bestimmte Verhaltensweisen auslösen. Das Gehirn reagiert auf diese Reizüberflutung, indem es die körpereigene Dopaminproduktion drosselt oder die Anzahl der Rezeptoren reduziert. Die Folge ist eine Toleranzentwicklung: Betroffene benötigen immer größere Mengen des Suchtmittels, um überhaupt noch eine Wirkung oder einen Zustand der Normalität zu spüren.

Ohne den Suchtstoff kollabiert dieses künstliche Gleichgewicht. Es kommt zu körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen wie Zittern, Angstzuständen oder depressiven Verstimmungen, da das Gehirn ohne die gewohnte Stimulation unter einem extremen Dopaminmangel leidet. Sucht ist somit keine reine Willenssache, sondern eine chronische Veränderung der neuronalen Netzwerke.

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