Was passiert, wenn jemand dissoziiert?

Stellen Sie sich vor, Sie sind mitten im Gespräch – und plötzlich fühlt es sich an, als wären Sie nicht mehr ganz da. Die Umgebung wirkt fremd, als schaute man sich selbst aus der Ferne an. Genau das kann bei einer Dissoziation passieren. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine tiefe psychische Reaktion, oft auf traumatische Erlebnisse hin.

Bei einer dissoziativen Störung löst sich etwas im Erleben des Menschen. Die normalerweise miteinander verbundenen Bereiche wie Gedächtnis, Wahrnehmung oder das Gefühl für die eigene Identität können sich teilweise oder komplett voneinander trennen. Manche Betroffene berichten, dass ihre Umwelt plötzlich unwirklich wirkt – wie hinter einem Schleier. Andere fühlen sich, als würden sie über ihrem Körper schweben.

Diese Abspaltung dient oft als Schutzmechanismus. Wenn etwas zu überwältigend oder schmerzhaft war, „schaltet“ das Gehirn gewissermaßen ab, um die Psyche zu schützen. Doch wenn solche Zustände häufig auftreten oder das Alltagsleben beeinträchtigen, spricht man von einer dissoziativen Störung.

Die Symptome können vielfältig sein: Gedächtnislücken, Verwirrung über die eigene Identität oder das Gefühl, fremd in der eigenen Haut zu sein. Manche Menschen merken erst im Nachhinein, dass sie für Minuten – oder sogar Stunden – „abwesend“ waren.

Die gute Nachricht: Dissoziation ist behandelbar. Mit der richtigen Unterstützung, wie etwa psychotherapeutischer Begleitung, können Betroffene lernen, wieder Halt zu finden – und Schritt für Schritt ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.

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