Wenn das Großhirn nicht mehr funktioniert

Wenn nur noch der Hirnstamm arbeitet, befindet sich ein Mensch in einem sogenannten apallischen Zustand. Das bedeutet, dass die grundlegenden Lebensfunktionen wie Atmung, Herzschlag und Reflexe weiterlaufen, da der Hirnstamm diese steuert. Doch das Großhirn, das für Denken, Fühlen und bewusste Wahrnehmung zuständig ist, ist schwer geschädigt oder nicht mehr funktionsfähig.

Solche Fälle treten oft nach einem schweren Unfall, einer starken Vergiftung oder einem längeren Sauerstoffmangel auf – etwa beim Ertrinken oder nach einem Herzstillstand. Die Betroffenen scheinen manchmal die Augen zu öffnen oder zu schlucken, zeigen aber keine Reaktion darauf, was um sie herum geschieht. Sie haben keine erkennbare Persönlichkeit mehr, keine bewusste Kommunikation, kein Erleben.

Medizinisch spricht man dann von einem apallischen Syndrom, auch Wachkoma genannt – obwohl die Menschen nicht wirklich „wach“ im Sinne von wahrnehmend oder empfindend sind. Es ist ein Zustand zwischen Leben und Tod, der für Angehörige besonders schwer zu ertragen ist. Denn der Körper lebt weiter, aber die Person, wie man sie kannte, ist nicht mehr da.

Im Gegensatz zum Hirntod – bei dem auch der Hirnstamm ausfällt – bleibt bei Apallikern die Atmung oft spontan erhalten. Das kann trügerisch wirken, suggeriert eine Form von Leben, die aber keine bewusste Existenz mehr ist. Die medizinisch-ethischen Fragen, die sich daraus ergeben, sind bis heute Gegenstand intensiver Diskussionen.

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