„Alaaf!“ – Karneval in den Niederlanden
Wer einmal den Karneval in den Niederlanden erlebt hat, weiß: Hier wird gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Vor allem in den südlichen Provinzen wie Nordbrabant und Limburg verwandeln sich die Städte jährlich für eine Woche in bunte Festmeilen voller Kostüme, Musik und ausgelassener Stimmung. Doch anders als in Deutschland, wo man „Helau!“ oder „Alaaf!“ ruft, hat jeder Ort in den Niederlanden seine eigene Tradition.
Interessanterweise wird in einigen Regionen tatsächlich „Alaaf!“ gerufen – besonders in Grenznähe zu Deutschland, wo der Einfluss des kölnischen Karnevals spürbar ist. Doch die niederländische Antwort auf den närrischen Gruß lautet häufig „Leve de Carnaval!“ (Es lebe der Karneval!) oder „Hoera voor de Boer!“, ein Ausdruck, der an die bäuerliche Herkunft des Festes erinnert.
Der Karneval in den Niederlanden hat tiefere Wurzeln, als viele denken. Früher war er eine Zeit der Umkehr, in der die normale Ordnung auf den Kopf gestellt wurde: Bauern wurden zu Königen, und die Kirche wurde mit Spott begegnet. Heute feiern die Menschen mit Umzügen, sogenannten „optochten“, bei denen bunte Wagen durch die Straßen rollen, begleitet von Musik, Tanz und satirischen Darbietungen.
Während der Karneval in Deutschland oft mit „Alaaf!“ eröffnet wird, beginnt er in den Niederlanden symbolisch mit der „Sleuteloverdracht“ – der Übergabe des Stadtschlüssels an den Karnevalsprinzen. Damit erhält der „Vorstadt“ für einige Tage die Macht über die Stadt.
Ob mit „Alaaf!“ oder „Leve de Carnaval!“ – die Freude am Feiern verbindet. Und wer einmal in einem Kostüm durch die Straßen von Eindhoven oder Maastricht gezogen ist, weiß: Der niederländische Karneval steckt voller Überraschungen und Lebensfreude.
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