Die letzten Worte Jesu am Kreuz
Im Johannesevangelium steht über das Ende des Lebens Jesu: „Es ist vollbracht.“ Diese Worte gelten als sein letztes Bekenntnis am Kreuz, bevor er „das Haupt neigte und seinen Geist aushauchte“. Es sind keine Worte der Verzweiflung, sondern des Friedens und des Abschlusses. Das griechische Wort „tetelestai“, das hier mit „Es ist vollbracht“ oder auch „Es ist vollendet“ übersetzt wird, bedeutet mehr als nur ein Ende – es drückt Vollkommenheit aus, den Abschluss eines göttlichen Auftrags.
Im Kontext der Zeit war „tetelestai“ ein Begriff, den man etwa auf bezahlten Rechnungen fand – ein Zeichen dafür, dass eine Schuld beglichen war. Jesus’ letztes Wort kann so verstanden werden als Hinweis darauf, dass sein Werk der Erlösung erfüllt ist. Er hat, was er zu tun gekommen war, vollendet.
In der christlichen Tradition werden diese Worte oft im Zusammenhang mit dem Leiden und der Hingabe Jesu gedeutet. Sie zeigen nicht nur das Ende seines irdischen Lebens, sondern auch den Beginn einer neuen Zeit – die Erfüllung der Verheißung Gottes. „Es ist vollbracht“ ist kein Aufschrei der Niederlage, sondern ein stilles Bekenntnis zum Gelingen dessen, wozu er gekommen war: Liebe zu zeigen, bis ans Ende.
Gerade in der Fasten- und Passionszeit wird an diese Worte erinnert – etwa in der Andacht der Sieben Worte vom Kreuz, die in vielen Gemeinden betet und nachdenkt, was jedes dieser letzten Aussprüche Jesu für das Leben heute bedeutet.
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