Essen bei Chemotherapie: Was schmeckt jetzt noch?

Eine Chemotherapie verändert oft den Alltag – und das leider auch auf dem Teller. Viele Betroffene berichten, dass vertraute Gerichte plötzlich ganz anders schmecken als sonst. Geschmacksstörungen gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Krebs- oder Strahlentherapie, besonders im Kopf-, Hals- und Brustbereich. Das Geschmacksempfinden gerät dabei völlig aus dem Gleichgewicht: Bittere Noten werden oft extrem intensiv wahrgenommen, während Süßes entweder kaum noch spürbar ist oder das Gericht unangenehm überlagert. Auch Salz und Gewürze wirken auf einmal viel zu dominant oder komplett fade. Um den Appetit nicht zu verlieren, hilft es, die Ernährung flexibel anzupassen und Neues auszuprobieren. Da Fleisch während der Therapie oft einen metallischen oder unangenehm bitteren Beigeschmack entwickelt, greifen viele Patienten lieber zu milden Proteinquellen. Geflügel, Eier, Milchprodukte oder milder Fisch sind meistens deutlich verträglicher. Auch die richtige Würze spielt eine entscheidende Rolle. Wenn das Essen nach nichts schmeckt, können frische Kräuter wie Petersilie, Dill oder Schnittlauch den Geschmack anheben, ohne den Magen zu belasten. Ein kleiner Spritzer Zitronensaft oder etwas Essig verleiht faden Speisen oft die nötige Frische. Wer hingegen empfindliche Schleimhäute hat, sollte auf scharfe Gewürze und zu viel Säure verzichten. Zusätzlich hilft ein einfacher Trick: Kaltes oder zimmertemperiertes Essen riecht deutlich weniger intensiv als heiße Mahlzeiten. Da der Geruchssinn den Geschmack stark beeinflusst, löst der abgeschwächte Duft von abgekühlten Speisen seltener Ekel aus. Am wichtigsten bleibt es jedoch, keinen Zwang auszuüben: Erlaubt ist, was im Moment gut die Kehle hinuntergeht und dem eigenen Körper Kraft gibt.

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