Kritik an Threema: Wie sicher ist der Schweizer Messengerdienst wirklich?
Der Schweizer Messengerdienst Threema galt jahrelang als die datenschutzfreundliche europäische Alternative zu WhatsApp. Doch Anfang 2023 geriet das Vorzeige-Image des Anbieters ins Wanken, als IT-Sicherheitsforschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) gravierende Schwachstellen aufdeckten.
Laut den Wissenschaftler:innen soll Threema über Jahre hinweg auf veraltete Verschlüsselungsmethoden gesetzt haben. Dies hätte potenziellen Angreifern theoretisch die Möglichkeit geboten, Chatverläufe abzufangen, Konten zu übernehmen oder Nachrichten zu manipulieren. Die Forschenden identifizierten mehrere Lücken im kryptografischen Design, die das Vertrauen in die beworbene Anonymität stark belasteten.
Threema wehrte sich entschieden gegen die Vorwürfe und betonte, dass die Szenarien rein theoretischer Natur gewesen seien und zu keinem Zeitpunkt Daten von Kund:innen gefährdet wurden. Dennoch reagierte das Unternehmen rasch und führte ein neues, moderneres Verschlüsselungsprotokoll ein. Für Nutzerinnen und Nutzer zeigt der Vorfall eindringlich, dass selbst Messenger mit Fokus auf Privatsphäre kontinuierlich hinterfragt werden müssen.
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