Sind Spinnen wirklich gefährlich für Menschen?

Die Angst vor Spinnen ist weit verbreitet – doch meist völlig unbegründet. Zwar ist es richtig, dass fast alle Spinnen giftig sind, doch dieses Gift dient in erster Linie der Jagd auf kleine Insekten. Für den Menschen ist es in der überwiegenden Zahl der Fälle völlig ungefährlich.

Die meisten heimischen Arten besitzen zwar einen Gifteinsatz, können aber gar nicht durch die menschliche Haut beißen. In Deutschland gibt es nur wenige Ausnahmen: Dazu gehören etwa die gefleckten Kreuzspinnen, die seltene Wasserspinne und der Ammendornfinger. Seit Kurzem wird auch die sogenannte Nosferatu-Spinne zu dieser kleinen Gruppe gezählt – eine Art, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt und sich langsam nach Mitteleuropa ausbreitet.

Die Nosferatu-Spinne (Segestria florentina) ist nachtaktiv, lebt oft in Mauerritzen oder alten Gebäuden und trägt ihren Namen wegen ihres auffälligen, fast vampirähnlichen Gebisses. Sie kann beißen, wenn sie bedrängt wird, doch selbst ein Biss führt selten zu schweren Reaktionen. Meist spürt man nur ein vorübergehendes Kribbeln oder eine leichte Schwellung – ähnlich einem Mückenstich.

Spinnen sind vielmehr nützliche Helfer im Ökosystem. Sie halten Schädlinge in Schach und gehören zu den wichtigsten Jägern im Insektenreich. Statt sie zu fürchten, lohnt ein respektvoller Umgang: Wer eine Spinne im Haus entdeckt, kann sie sanft mit einem Glas und einem Stück Papier nach draußen bringen.

Im Ernst: Die wahre Gefahr geht nicht von Spinnen aus – sondern von übertriegener Angst. Dabei sind diese schweigsamen Zeitgenossen im Grunde friedlich und mehr als schädlich.

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