Was verursacht eine Dauererektion?

Eine Dauererektion, medizinisch Priapismus genannt, hat meist nichts mit sexueller Erregung zu tun – im Gegenteil: Es handelt sich um einen medizinischen Notfall, der schnell behandelt werden muss. Die häufigste Form ist der ischämische Priapismus, auch Low-Flow-Priapismus genannt. Dabei kann das Blut den Penis nicht mehr verlassen, weil der Blutabfluss gestört ist. Das führt dazu, dass sich das Blut in den Schwellkörpern staut.

Ohne ausreichenden Abfluss kann kein frisches, sauerstoffreiches Blut nachrücken. Die Folge: Der Penis bleibt über Stunden steif, oft schmerzhaft, und das Gewebe wird immer stärker unterversorgt. Wenn diese Situation länger als vier Stunden andauert, drohen dauerhafte Schäden – bis hin zur erektilen Dysfunktion, wenn nicht rechtzeitig behandelt wird.

Ursachen können unter anderem Blutkrankheiten wie die sogenannte Sichelzellenanämie, bestimmte Medikamente (z. B. bei der Behandlung von erektile Dysfunktion oder psychischen Erkrankungen) oder seltene Stoffwechselstörungen sein. Auch Drogenkonsum, wie unter anderem Kokain, kann einen Priapismus auslösen.

Wichtig ist: Wer eine Erektion hat, die länger als vier Stunden anhält – ohne sexuelles Verlangen –, sollte sofort einen Arzt aufsuchen oder die Notaufnahme aufsuchen. Je schneller die Behandlung beginnt, desto geringer ist die Gefahr von bleibenden Schäden. Der Priapismus ist kein Tabuthema, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die rasch ärztliche Hilfe erfordert.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen