Wann wird es als schwül empfunden?
Wer kennt das nicht: Es ist warm, die Luft liegt schwer, und man fühlt sich regelrecht klebrig – das ist das, was wir gemeinhin als „schwül“ bezeichnen. Doch woran liegt dieses Gefühl? Es hat weniger mit der reinen Temperatur zu tun als mit der Luftfeuchtigkeit.
Wenn viel Wasserdampf in der Luft ist, kann unser Schweiss nicht richtig verdunsten. Weil die Verdunstung unser natürlicher Kühleffekt ist, bleibt die Abkühlung aus – und wir fühlen uns heiß und unwohl. Genau dann sprechen wir von schwüler Luft.
Ab etwa 13,5 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luftbeginnt dieses schwüle Empfinden. Bei höheren Werten, besonders bei gleichzeitig warmen Temperaturen, wird das Unbehagen noch stärker. In solchen Situationen wirkt selbst eine moderate Temperatur von 25 Grad plötzlich drückend.
Interessanterweise spielt auch die Windgeschwindigkeit eine Rolle: Ein leichter Luftzug hilft, den Schweiss doch noch etwas zu verdunsten, und lindert so das Schwüle-Gefühl. An windstillen Sommertagen dagegen kann schon am Vormittag eine unangenehme Schwüle herrschen – besonders in Tälern oder in der Nähe von Seen und Flüssen, wo die Luftfeuchtigkeit ohnehin oft höher ist.
Im Herbst oder Winter spricht man selten von schwüler Luft, selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit, weil es dann zu kalt ist, um zu schwitzen. Die Schwüle ist also eine Mischung aus Feuchtigkeit, Temperatur und unserem eigenen Körpergefühl – und ein typisches Phänomen der Sommermonate.
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