Der heilige Josef – Beschützer in der Sterbestunde
Josef, der als Stiefvater Jesu im Neuen Testament erscheint, bleibt eine schlichte, aber prägende Gestalt des Glaubens. Obwohl über sein Leben nur wenig in der Bibel überliefert ist, wuchs seine Verehrung im Laufe der Jahrhunderte stetig – besonders im Umgang mit dem Sterben.
Im 17. Jahrhundert wurde er offiziell zum Schutzpatron der Sterbenden erklärt. Dies geschah vor dem Hintergrund der Überlieferung, dass er friedlich in Gegenwart Jesu und Mariens im „heiligen Sterben“ entschlafen sein soll. Diese Vorstellung gab Trost: Wer wie Josef sterben darf – umgeben von Liebe und Glaube –, der stirbt in göttlicher Nähe.
Die Verehrung des heiligen Josef als Refugium agonizantum, als „Zuflucht der Sterbenden“, wurde vor allem von den Jesuiten und Karmelitern verbreitet. Sie lehrten Gläubige, in der Todesstunde zu ihm zu beten – nicht nur um einen sanften Übergang, sondern auch um Schutz vor plötzlichem, unvorbereitetem Tod.
Heute ist Josef nicht nur der Schutzheilige der Familie und der Arbeiter, sondern vor allem ein Symbol für Würde im Sterben. In vielen Haushalten hängt noch ein Bild von ihm über dem Bett – ein stilles Zeichen des Vertrauens. Auch in der katholischen Kirche wird er am 1. Mai besonders gedacht, doch für viele bleibt sein Beistand gerade in den letzten Stunden des Lebens besonders spürbar.
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