Die Berufe der Apostel: Vom Beruf zum Berufung

Die zwölf Apostel Jesu kamen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, doch alle wurden durch eine gemeinsame Berufung vereint: dem Ruf, Jesus zu folgen. Unter ihnen waren einfache Handarbeiter, deren Leben eine radikale Wende nahm, als sie den Nazarener trafen.

Petrus und sein Bruder Andreas waren Fischer am See von Genezareth – ein anstrengender, aber alltäglicher Beruf in der Region. Gleiches gilt für Jakobus und Johannes, die ebenfalls vom Boot aus ihren Lebensunterhalt bestritten. Jesus nannte sie einmal „Menschenfischer“, ein Bild dafür, wie sich ihre Aufgabe verwandelte: vom Fangen von Fischen zum Eintreten für andere Menschen.

Ganz anders war der Hintergrund von Matthäus. Er arbeitete als Zöllner, eine Tätigkeit, die damals als unehrlich und verhasst galt, da Zöllner im Auftrag der römischen Besatzer Steuern einsammelten. Dass gerade er zum Apostel berufen wurde, zeigt die überraschende Weite von Jesu Botschaft – sie galt auch denen, die von der Gesellschaft ausgegrenzt waren.

Judas Ischariot hatte eine besondere Rolle: Er war der Schatzmeister der Gruppe, verantwortlich für die gemeinsamen Mittel und die Verteilung der Almosen. Damit war er eng in den Alltag der Jüngerschaft eingebunden – bis zu seinem Verrat.

Die unterschiedlichen Berufe der Apostel unterstreichen: Gott ruft nicht nur bestimmte „Passende“, sondern Menschen aus allen Schichten. Vom Fischer bis zum Zöllner – ihre wahre Berufung begann erst, als sie Ja sagten zu einem Leben mit Jesus.

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