Welche Blutwerte deuten auf eine Nebennierenschwäche hin?
Wenn die Nebennieren nicht mehr ausreichend Hormone produzieren, spricht man von einer Nebennierenschwäche oder -insuffizienz. Diese Erkrankung kann sich durch Müdigkeit, Schwäche, Gewichtsverlust und oft auch durch eine auffällige Bräunung der Haut bemerkbar machen. Um Klarheit zu schaffen, wird eine gezielte Blutuntersuchung durchgeführt.
Wichtige Blutwerte bei der Diagnose sind Natrium, Kalium, Cortisol und ACTH. Auffällig ist oft ein niedriger Natriumspiegel kombiniert mit einem erhöhten Kaliumwert – ein typisches Zeichen dafür, dass die Nebennierenrinde nicht richtig arbeitet.
Cortisol, das wichtigste Stresshormon, wird direkt von den Nebennieren produziert. Ist sein Spiegel dauerhaft zu niedrig, kann das auf eine Unterfunktion hindeuten. Noch aussagekräftiger ist oft die Bestimmung von ACTH – dem „adrenocorticotropen Hormon“. Dieses wird in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gebildet und regt die Nebennieren zur Cortisolproduktion an. Ist ACTH erhöht, aber Cortisol trotzdem niedrig, deutet das auf eine primäre Nebenniereninsuffizienz hin – oft verursacht durch eine Autoimmunerkrankung.
Die genaue Bewertung dieser Werte erfolgt meist morgens, da Cortisol einen Tagesrhythmus hat und dann am höchsten ist. In unklaren Fällen kann ein sogenannter Stimulationstest durchgeführt werden, um die Reaktionsfähigkeit der Nebennieren genauer zu prüfen.
Bei Verdacht auf eine Nebennierenschwäche ist eine gründliche ärztliche Abklärung unerlässlich. Nur so kann eine sichere Diagnose gestellt und eine gezielte Therapie – oft mit Hormonersatz – begonnen werden.
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