Die Vielfalt der sogenannten „Hautfarbe“

Wer an Buntstifte aus seiner Kindheit denkt, erinnert sich meist an einen ganz bestimmten Ton, wenn es um das Ausmalen von Gesichtern ging: ein helles, leicht rötliches Beige. Über viele Jahre hinweg war dieser Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch fest verankert und wurde fast ausschließlich für die Darstellung von menschlicher Haut verwendet. Doch genau hier liegt die gestalterische und gesellschaftliche Herausforderung.

Im Gegensatz zu Farben wie Blau oder Grün, die in der Kunst für unzählige Motive – vom Himmel bis zu Pflanzen – flexibel eingesetzt werden, war die klassische „Hautfarbe“ in Malsets oft sehr eindimensional besetzt. In einer vielfältigen Welt greift diese traditionelle Bezeichnung jedoch zu kurz. Menschliche Haut existiert in unzähligen Nuancen, von tiefen Brauntönen über goldene Olivtöne bis hin zu sehr hellen Alabastertönen.

Aus diesem Grund findet im kreativen Bereich und bei Herstellern von Zeichenbedarf seit einiger Zeit ein Umdenken statt. Anstelle des ungenauen Begriffs „Hautfarbe“ setzen sich treffendere, beschreibende Farbnamen durch. Nuancen werden heute differenzierter als Pfirsich, Rosabeige, Terracotta oder Umbra bezeichnet. Dies schärft nicht nur den Blick für die reale Farbenpracht in der Porträtmalerei, sondern sorgt auch dafür, dass sich jeder Mensch in einer Farbpalette wiederfinden kann.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen