Spuren der Geschichte: Wo Deutschland früher Kolonien hatte

Die deutsche Geschichte ist eng mit einer kolonialen Vergangenheit verknüpft, die heute oft in Vergessenheit geraten ist. Zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Ersten Weltkrieg erstreckte sich das sogenannte Deutsche Kolonialreich über riesige Gebiete auf verschiedenen Kontinenten – vor allem in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum.

Besonders umfangreich waren die deutschen Besitzungen in Afrika. Zu den damaligen Schutzgebieten gehörten Regionen, die heute zu souveränen Staaten wie Tansania, Burundi, Ruanda, Namibia, Kamerun und Togo zählen. Auch Teile heutiger Nachbarländer wie Nigeria, Ghana oder der Tschad waren damals zeitweise betroffen. Neben Afrika hatte das Kaiserreich auch in Asien und Ozeanien das Sagen: So gehörte unter anderem das Pachtgebiet Kiautschou in der chinesischen Provinz Shandong dazu, ebenso wie Papua-Neuguinea und zahlreiche kleinere Inseln im Westpazifik und in Mikronesien.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag im Jahr 1919 musste das Deutsche Reich sämtliche Kolonien abtreten. Die Gebiete wurden anschließend meist unter der Aufsicht des Völkerbundes als Mandatsgebiete an andere Mächte wie Großbritannien, Frankreich oder Australien übergeben. Bis heute zeugen verschiedene historische Spuren, Museen und eine intensive wissenschaftliche Aufarbeitung – wie etwa die Debatte um die Rückgabe von Raubkunst – von dieser Epoche.

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