Die ungebetenen Gärtner: Invasive Pflanzen in freier Wildbahn

Manche Pflanzen, die auf den ersten Blick harmlos wirken, entpuppen sich als echte Platzhirsche in der Natur. Botaniker Dr. Heiko Korsch warnt vor sogenannten invasiven Arten, die sich oft unaufhaltsam ausbreiten und heimische Pflanzen verdrängen. Besonders betroffen sind Lebensräume wie Flussufer, Wiesen und Waldränder.

Orientalisches Zackenschötchen, Staudenknöterich oder die Kanadische Goldrute – diese Pflanzen stammen ursprünglich nicht aus Deutschland, haben sich aber längst breitgemacht. Ein besonderes Problem ist das Drüsiges Springkraut. Es siedelt sich gerne an Flussufern an, wo es ganze Flächen überwuchert. „Dort haben andere Pflanzen kaum noch eine Chance“, so Korsch. Die dichte Vegetation verändert das Ökosystem und beeinträchtigt sogar die Wasserqualität.

Ein weiterer gefährlicher Eindringling ist der Riesen-Bärenklau. Er wächst schnell, hoch und ist für Menschen sogar gefährlich – sein Saft kann bei Sonneneinstrahlung schwere Hautverbrennungen verursachen. Auch die Lupine, oft als Zierpflanze angepflanzt, hat sich in vielen Regionen selbstständig gemacht. Auf sandigen, nährstoffarmen Böden verändert sie den Boden so sehr, dass heimische Arten nicht mehr gedeihen.

Die Ausbreitung dieser Pflanzen ist kein Selbstläufer der Natur, sondern folgt oft menschlichem Handeln: Gartenabfälle, versehentliche Einschleppung oder die Mode, exotische Pflanzen zu pflanzen. Um die heimische Flora zu schützen, rät Korsch dazu, auf heimische Arten zu setzen und invasiven Pflanzen nicht den idealen Lebensraum zu bieten – besonders an empfindlichen Stellen wie Gewässern.

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