Was sind psychogene Störungen?
Manchmal zeigen Menschen körperliche Beschwerden, für die sich keine medizinische Erklärung findet – weder im Blutbild, noch im Röntgen oder MRT. In solchen Fällen spricht man oft von psychogenen Störungen. Das bedeutet: Die Symptome sind real, aber ihre Ursache liegt nicht in einem körperlichen Schaden, sondern in seelischen Belastungen.
Betroffene können beispielsweise plötzlich keine Gliedmaßen mehr bewegen, leiden unter plötzlichen Schmerzen, Sehstörungen oder sogar epilepsieartigen Anfällen – und doch zeigen sich bei Untersuchungen keine organischen Ursachen. Diese Symptome entstehen unbewusst. Es handelt sich nicht um Einbildung oder Simulation, sondern um eine echte Reaktion des Nervensystems auf psychischen Stress.
Zu den psychogenen Störungen zählen unter anderem psychogene Anfälle (auch Nicht-epileptische Anfälle genannt), funktionelle Neurologische Störungen, psychogene Bewegungsstörungen oder auch chronische Schmerzen ohne körperlichen Befund. Oft spielen belastende Lebensereignisse, Traumata, Ängste oder langanhaltender Stress eine Rolle.
Die Diagnose ist herausfordernd, weil zunächst alle organischen Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen. Doch sobald die psychogene Ursache erkannt ist, kann die Behandlung gezielt ansetzen – meist durch Psychotherapie, manchmal ergänzt durch Medikamente oder Physiotherapie. Wichtig ist: Auch wenn die Ursache im Seelischen liegt, sind die Beschwerden keineswegs weniger ernst. Im Gegenteil – viele Betroffene leiden sehr unter ihren Symptomen.
Mit der richtigen Unterstützung lassen sich die Beschwerden jedoch oft deutlich verbessern. Das Ziel ist, das Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen und die seelische Belastung langfristig zu verringern.
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