Wer waren eigentlich die Wikinger?

Der Begriff „Wikinger“ steht nicht für ein einziges Volk, sondern beschreibt Seefahrer und Krieger aus dem heutigen Skandinavien, die zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert in weite Teile Europas, insbesondere nach Großbritannien, Irland, Frankreich und sogar bis nach Russland vordrangen. Die meisten dieser kühnen Abenteurer stammten aus den Gebieten der heutigen Länder Dänemark, Schweden und Norwegen.

Die Dänen waren oft im Westen und Süden unterwegs – ihre Raubzüge erreichten England, Frankreich und sogar das heutige Deutschland. Bekannt ist etwa der sogenannte „Große Heerbann“, eine dänische Streitmacht, die im 9. Jahrhundert große Teile Englands eroberte.

Die Norweger dagegen segelten oft weiter in den Norden und Westen: sie erreichten Island, Grönland und sogar Nordamerika – rund 500 Jahre vor Kolumbus. Ihre Siedlungen in Neufundland belegen, wie weit ihr Mut und ihre Seetüchtigkeit reichten.

Die Schweden, auch als „Rus“ bekannt, bewegten sich hauptsächlich nach Osten. Sie segelten entlang der russischen Flüsse, handelten mit dem byzantinischen Reich und gründeten Handelsposten, aus denen später wichtige Städte entstanden.

Obwohl sie oft als blutrünstige Plünderer dargestellt werden, waren die Wikinger auch clevere Händler, geschickte Schiffsbauer und weithin gereiste Entdecker. Ihr Einfluss reichte weit über ihre Heimat hinaus und prägte die Geschichte Europas nachhaltig.

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